Foto: Beathalter / Südkurier Donaueschingen
Thorsten Frei eröffnet seinen Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl im November ausgerechnet bei einer SPD-Veranstaltung. Der Amtsinhaber selbst ist CDU-Mitglied. Der SPD-Ortsverein diskutiert die Zukunft Donaueschingens und hat auch gleich einiges zu kritisieren.
Es war eine Art doppelter Wahlkampf-Auftakt mit unterschiedlichen Zielen: Während Donaueschingens Oberbürgermeister Thorsten Frei (CDU) beim SPD-Ortsverein Zukunftsperspektiven für Donaueschingen aufzeigte und auch bei den Sozialdemokraten um seine Wiederwahl im Herbst warb, blickte Wolfgang Karrers SPD schon einmal auf die Bundestagswahl nächstes Jahr, „bei der wir die jetzige Regierung ablösen wollen“, wie es in der Einladung hieß.
Zwei Dutzend SPD-Mitglieder waren zur Delegierten-Wahl ins Hotel „Grüner Baum“ gekommen, um mit Thorsten Frei über Donaueschinger Zukunftsprojekte zu diskutieren. Die Perspektiven: Kurz vor seinem Start in den Wahlkampf im November scheint Oberbürgermeister Frei fest im Sattel zu sitzen und er erhält nach acht Jahren an der Rathausspitze wohl auch Rückenwind von der SPD-Fraktion. So ergab sich bei der Versammlung denn auch ein guter Informationsaustausch. Die Reibereien zwischen dem OB von der CDU und den Genossen halten sich in Grenzen.
„Auch wenn ich vor acht Jahren nicht der Wunschkandidat der SPD gewesen bin“, sagte Thorsten Frei, „haben wir gemeinsam die Stadtpolitik geprägt.“ Er führte die erfolgreiche Arbeit bei der Sanierung des südlichen Bahnhofsbereichs an, die Sanierung der Donauhallen und die bevorstehende Umgestaltung im Bereich von Stadtkirche, Donauquelle und Schützenbrücke. Das sei die Achillesverse der Stadt, das zukunftsgerichtete Konzept aber inzwischen absolut in trockenen Tüchern. Sechs Millionen Euro sollen dafür ausgegeben werden. „Alternativlos“ sei dies, aber auch eine Riesenchance für Donaueschingen an der Schnittstelle zwischen Residenz- und Innenstadt.
Die Stadtteile sollen laut Frei nicht zu kurz kommen: Projekte in Aufen, Aasen und Pfohren seien angestoßen, Grüningen könne bis 2016 mit einer angemessenen Mehrzweckhalle rechnen.
SPD-Mitglied Peter Walker hakte ein: Die Umfahrung Wolterdingen sei nicht erwähnt und die Perspektive für Wolterdingen durch die geplante Umfahrung durch das „Längefeld“ für den größten Stadtteil eine Enttäuschung. Diese „zweite Zufahrt“ entlaste den Ortsteil nicht und werde auf lange Sicht nun festgeschrieben.
Frei räumte ein, dass sich eine Verlagerung des Verkehrs ergeben dürfte. „Aber es ist auch eine klare Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand.“ Ziel der neuen Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sei es, die Bregbrücke am Rathaus so zu sanieren, dass sie wieder für Fahrzeuge bis 40 Tonnen zugelassen werden kann.
Manfred Beathalter SÜDKURIER 28.06.2012