Einen guten Treffpunkt hat der Ortsverein Donaueschingen mit seinem Auftakttreffen zum Thema «Äussere Röte» im Chinarestaurant Hongkong Garden in der Breslauer Strasse gefunden. Zwar war die Zahl der Interessierten überschaubar, die den Weg in die Breslauer Strasse und von dort zu einer Kurzexkursion durchs Stadtquartier mit anschliessendem Austausch in einer Diskussionsrunde fanden. Doch eine gewisse «Untätigkeit», was das Zusammenleben im Stadtteil betrifft, könnte bald mal der Vergangenheit angehören.
Die Anregungen von seiten einer kleinen Gruppe Heranwachsender, die ihr Viertel, was das Freizeit-Angebot betrifft, «gar nicht so schlecht» finden, wie auch schon seit längerer Zeit hier lebender Anwohner unterschiedlichster Nationalitäten, die sich durchwegs als «Eschinger» und nicht als «MultiKulti» sehen, zeigte ein etwas anderes Bild, als den Eindruck der «Abgeschiedenheit» oder eines bislang etwas stiefmütterlich behandelten und - wenngleich nicht vorsätzlich - links liegengelassenen «sozialen Brennpunkts».
Dennoch gäbe es – über die Fertigstellung der gegenwärtigen Baustellen wegen des Nahwärme-Anschlusses und die Sanierung der Kanäle hinaus - Verbesserungsbedarf. In Anwesenheit von SPD-Stadträten, Vorstandsmitgliedern und Engagierten «Eschingern» richtete sich das Augenmerk auf Gestaltungs-Möglichkeiten in der Breslauer Strasse. Dort wird exakt vor dem Hochhaus-Komplex und einem einst durch den Bauherrn geschaffenen Brunnen-Kunstwerk ein vorhandener Gehweg brüsk unterbrochen und seit Jahren sich selbst überlassen. Vereinzelte Ansiedlungen beispielsweise eines kleinen Lebensmittel-Ladens oder bescheidenen Supermarktes wurden schon vor Jahren aufgegeben.
Doch der Strassenzug mit Begrenzung auf Tempo 30 bis hinauf zur relativ jungen KiTa am Buchberg, eine neue, qualitativ durchaus hochwertige Wohnbebauung und der absehbare «Schulterschluss» mit dem Konversionsgelände oberhalb der neuen Realschule sowie eine Fussweg-Anbindung mit Grüngestaltung entlang bzw. innerhalb des vormals oft öde wirkenden Militär-Areals lassen auf ein mittel- bis langfristig sympathischeres Erscheinungsbild hoffen.
Die Breslauer Strasse könnte mit ein wenig besserer Ausstattung im Strassenraum, Nachbesserungen an den Haltestellen des Stadtbusverkehrs, die an mehreren Positionen nicht einmal über eine minimale Überdachung verfügen und ihre Nutzer buchstäblich im Regen stehen lassen, aufgewertet werden.


Die jungen Leute, zuvor bereits zum Ortstermin am Bolzplatz an der Breslauer Strasse anwesend, fanden es auf Nachfrage durchaus wert, den aufgrund seines mit Stahlzäunen bewehrten Eindrucks eines Grossstadt-Ghettos möglicherweise durch eine bescheidene Ausstattung mit zwei oder drei Fitness-Geräten aufzuwerten. Am XXL-Zaun wurden – wem auch immer dies als «Zeichen» gelten mag – auch schon mal dutzendweise Hundekotbeutel aufgehängt. Als durchwegs «gut» bezeichnet wird aufgrund der angenehmen Ausstattung und Atmosphäre der Kinderspielplatz zwischen Alemannen- und Friedhofstrasse.
Offensichtlich wäre die gegenwärtige Situation auch der richtige Zeitpunkt, um initiativ zu werden und neuerliche Aktivitäten wie eine mehr oder weniger regelmässige Sprechstunde von städtischer Seite anzuregen. Neu belebt werden könnten Anlässe wie ein vor Jahren – ausser offenbar von den Medien - schon mal durchaus gern wahrgenommenes Fest der Nationen, möglicherweise die Neuauflage eines Kindergarten- oder sogar eines Stadtteilfestes, wie sie in älteren Teilen der Donaustadt zum gesellschaftlichen Leben gehören. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat, so ihr Sprecher Jens Reinbolz, wolle hier gern für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Weitere Treffs in der Äusseren Röte sollen folgen.
Beschwerden und Probleme im Stadtteil
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Verkehrssituation in der Breslauer Straße / Friedhofstraße: Einhaltung der 30er-Zone, insbesondere durch Firmenfahrzeuge und Paketdienste
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Parkraumnutzung: Firmen- und Lieferfahrzeuge blockieren häufig den vorhandenen Parkraum
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Radverkehrsführung: unklare Wegführung, keine sichere Verbindung erkennbar
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Elterntaxis vor dem Kindergarten: führen regelmäßig zu Verkehrsproblemen
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Hundekotbeutel: am Gitter des Spielplatzes Breslauer Straße hingen Beutel tagelang – mangelnde Entsorgung
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Pflegezustand öffentlicher Anlagen: insbesondere Bäume und Grünflächen benötigen mehr Aufmerksamkeit
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Fußgängerweg beim China-Restaurant: wird durch den nicht funktionierenden Springbrunnen unterbrochen daraus entsteht eine Verkehrsgefahr und unklare Wegeführung
Ideen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger
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Überdachung und Aufwertung der Bushaltestellen, um sie als sichere und wettergeschützte Treffpunkte nutzbar zu machen, stillgelegte Haltestellen werden als Treffpunkte genutzt
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Fitnesspark als Treffpunkt für Jung und Alt
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Metalltore zur sicheren Abgrenzung von Spielflächen
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Verbesserte Baumpflege und Begrünung im Viertel
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Bereich um den Springbrunnen beim China-Restaurant umgestalten: Fahrbahnverengung als Verkehrsberuhigung und Wiederaufstellung der früheren Sitzgelegenheiten
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Bürgersprechstunde mit dem Oberbürgermeister direkt im Stadtteil
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Ausschusssitzung im Kindergarten oder andere politische Termine vor Ort, um Präsenz zu zeigen
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Raum neben der Behindertenwerkstatt als möglicher Projektraum (Eigentümer wohl Bruderhaus Diakonie)
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Ansprechpartner zur Bruderhaus Diakonie suchen, um Nutzungsmöglichkeiten für Treffpunkte zu prüfen
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Wiederbelebung des Stadtteilfestes: das frühere „Fest der Nationen“ wird von vielen vermisst – Wunsch nach einem neuen Begegnungsfest für alle Generationen und Kulturen
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Busverbindungen verbessern, um den Einzelhandel besser erreichbar zu machen
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Weihnachtsbaum an zentralem Platz als Zeichen der Gemeinschaft
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Wiederholungstermin des Rundgangs im März, um Entwicklungen nachzuverfolgen
Martina Wiemer: „Besonders wichtig war den Bürgerinnen und Bürgern, dass sich die Stadtverwaltung bzw. der Oberbürgermeister stärker im Stadtteil zeigt – etwa durch eine Ausschusssitzung im Kindergarten oder ein Bürgergespräch vor Ort“.
Das zeigt deutlich: Wir müssen die Menschen dort erreichen, wo sie leben, Politik erlebbar machen und Beteiligung ermöglichen. Das letzte Wahlergebnis in der Äußeren Röte war ein Warnsignal – wir müssen dranbleiben.