Ein Demonstrationszug vom Donaueschinger Bahnhof zu den Donauhallen mit rund 389 Teilnehmenden und ein Trillerpfeifen-Crescendo schallte am Samstag vor dem Beginn einer als «Bürger-Info» angekündigten Veranstaltung der AfD mit Polit-Prominenz wie Alice Weidel, Marc Bernhard & Co den AfD-Besuchern entgegen.
Eingeladen hatten in einem «Bündnis für Demokratie und Vielfalt» der DGB, Die Linke, die Grüne Jugend VS und Grüne OV Südbaar, IG Metall, OAT VS, Omas gegen Rechts, Seebrücke VS, die Jusos SBK, SPD SBK, SPD TUT, SPD VS, Volt VS und «VS ist Bunt». Weitere Gruppierungen,die im Vorjahr an Protesten gegen die AfD dabei waren, Konservative und Liberale, wollten sich diesmal offiziell nicht blicken lassen, waren aber am Rande des Geschehens auf Beobachtungsposten. Es hatte Widerstand wegen der Teilnahme der Antifa gegeben.
Mit grossem Aufgebot leistete die Polizei wertvolle «Sortierarbeit», indem sie den Bereich vor den Hallen dem «Bündnis für Demokratie und Vielfalt» überliess, und die AfD-Sympathisanten, rund 1200 an der Zahl, dem rückwärtigen Eingang zuordnete. Dort staute sich in der Tat eine Menschenschlange, die nach 17.30 Uhr, dem eigentlichen Einlaß, zeitweise bis zur Herdstraße reichte. Während Tom Kaminski auf dem Vorplatz mit seinem bekannten Repertoire («...wer hat der AfD, das will ich wissen, so fürchterlich ins Hirn gesch….») vor einer überschaubaren Gegendemo für Stimmung sorgt, beklagt drinnen Alice Weidel, daß die AfD vom Verfassungsschutz kontrolliert und private Kommunikation von AfD-Funktionsträgern bei Lauschangriffen abgehört werde. Das – und nicht die Standpunkte der AfD - sei «extremistische Politik», so Weidel.


Draußen vor der (Hinter)Tür erzürnt sich eine interessierte Mittvierzigerin, die aus der Region angereist ist, da «freier Eintritt» zur «Bürger-Info» angekündigt war: «Wenn wir jetzt nicht mehr reinkommen, wählen wir nächstes Mal wieder CDU!» Alles lacht. Allerdings sind hier auch kaum bis gar nicht bekannte Gesichter aus Donaueschingen zu sehen.
Was als «Bürger-Info» angekündigt worden war, läßt unter dieser Rubrik zu wünschen übrig. Eine Stunde vor Beginn ist kein Einlaß mehr zu bekommen. Draußen vor der Tür sind von denen, die außen vor bleiben müssen, Gesinnungs-Witzchen mit dem «N...Wort» zu hören, tätowiertes Personal bahnt sich zielstrebig den Weg durch die am Hintereingang phasenweise kaum noch überschaubare Menge. Sogar ein Polizei-Hubschrauber kreist über dem Veranstaltungsort, an dem sich De-Eskalations-Teams der Polizei weiterhin um ordnungsgemäße Abstände zwischen den Meinungsträgern bemühen.
Ein Gerangel zwischen einem jungen, offenbar rechtsgerichteten Fernsehteam, das sich durchs Gebüsch zu den Links-Demonstranten schlägt, um Provokantes aufzuwerfen, wird von den Ordnungskräften abgebogen. Eine Live-Übertragung aus der Halle bringt rein politisch – außer den bekannten - keine neuen Ansätze zu Tage. Immerhin haben es einige freie Journalisten geschafft, mit dem Presseausweis in die Halle zu gelangen. Einen interessanten, brauner Gesinnung unverdächtigen dreistündigen Webstream über die Gegenveranstaltung zur AfD sowie Originalaufnahmen aus der Donauhalle im Stil der «Heute Show» gibt es von S.Weber aus Krefeld, der dafür zeitweise auch kräftig angepöbelt wurde (O-Ton: «Verpiss Dich... mach die Scheiß-Kamera aus..»), auf Weichreite-TV


Der Schreiber der vorliegenden Zeilen ist des Wartens überdrüssig. Es scheint wichtiger, an diesem Abend an anderer Stelle mit dem eigenen Vierbeiner noch ein paar gute braune Haufen zu setzen.
klk.