SPD präsentiert ein taktische Liste

Veröffentlicht am 24.03.2014 in Presseecho

Donaueschingen -  Gestern Abend Nominierung der Kommunalwahlbewerber. Stimmzettel-Vorfahrt für ambitionierte Neulinge. Fraktions-Chef Wolfgang Karrer auf Platz eins. Deutlich mehr Bewerber als vor fünf Jahren.

Sie hat stadtpolitische Hochkaräter wie Rüdiger Schell hervorgebracht, aber wirklich fruchtbar war der Boden der „Beamten- und Fürstenstadt“ Donaueschingen für die Sozialdemokratie nie. Als die Bürger 2009 den Gemeinderat sortierten, magerte die SPD-Fraktion noch bedrohlicher ab, verlor zwei Sitze, rangierte wieder deutlich hinter den Liberalen.

Doch jetzt, so jedenfalls schöpfte der Ortsvereins- und Fraktionschef Wolfgang Karrer gestern Abend bei der Nominierungsversammlung neue Hoffnung, könnte eine Epoche des Erstarkens beginnen. Nicht mehr nur wie vor fünf Jahren 16, sondern 19 Bewerber füllten die Kernstadtliste ganz, selbst im kleinen Hubertshofen fand sich erstmals eine Kandidatin, in Wolterdingen und Pfohren tritt jeweils ein Trio an, in Grüningen ein Duo. Und auch den bunten Mix aus sichtlich ambitionierten jungen Bewerben, aus etlichen gut in Vereine und gesellschaftliche Strukturen vernetzten Stadtbürgern taxierte der 62-jährige Stadtplaner als Indiz dafür, dass der traditionelle karge Donaueschinger Boden für die Genossen jetzt fruchtbarer werden könnte.

In dieser Hoffnung hatten Ortsvereinsvorstand und Kandidaten schon vor der Nominierung der Bewerberliste taktisches Kalkül verordnet – mit einer zielführend inszenierten Listenplatz-Sortierung. So unorthodox war die für den einstigen Gemeinderat und Ortsvereinschef Horst Fischer, dass der die Wahlmechanik mit Kopfschütteln als fragwürdiges Arrangement kommentierte.

Doch nach dreistündiger Versammlung hatten die gerade einmal 29 anwesenden Wahlberechtigten die Methode goutiert. Hinter dem Fraktions- und Ortsvereinschef Wolfgang Karrer hatte man ambitionierten und aussichtsreichen Neu-Bewerber die Vorfahrt auf die beiden nächsten Listenplätze gegeben, ehe erst auf Platz vier die prominenten Sigrid Zwetschke, dahiner der Neu-Gemeinderat Bernd Heinowski einsortiert waren. Und noch vor dem geschätzten Peter Roegele auf Platz neun waren Anette Joas und der noch recht unbekannte, aber von Karrer als möglicher Vorsitz-Nachfolger protegierte Christian Sternecker und Martina Wiemer eingemischt. Das Kalkül: die „Promis“ sammeln auch auf hinteren Plätzen Stimmen.

Damit wird bei der Kommunalwahl am 25. Mai keine andere Partei der Stadt ihrer Liste eine so ausgeprägt taktische Sortierung geben wie die der Sozialdemokraten. „Verbundene Einzelwahl“ nennt das Partei-Reglement die Methodik, nach dem sich jeder Kandidat kurz vorstellen durfte, sich dann – was kein einziges Mal geschah – Konkurrenten auf den jeweiligen Listenplatz melden konnten. Am Ende mussten die Nominierungs-Wähler jeden Bewerbernamen mit „Ja, Nein oder Enthaltung“ ankreuzen – hätten mit entsprechendem demokratischen Stimm-Gewicht in der Theorie einzelne Kandidaten aus der Liste kegeln können.

Doch der anfängliche Argwohn über das Nominierungsverfahren war später gänzlich verdunstet. Am Ende herrschte durchaus jene familiäre Zuversicht, die Wolfgang Karrer zum Beginn beschworen hatte, als er allen Gekommenen aus SPD-Tradition das „Du“ und den „Vornamen“ Genosse verordnete.

Die Kandidaten der SPD zur Kommunalwahl am 25. Mai:

28 Kandidaten treten für die Donaueschinger Sozialdemokraten zu den Gemeinderatswahlen an, sieben bewerben sich um ein Kreistags-Mandat. Die Übersicht über das Tableau (in alphabetischer Reihenfolge, gefettet die Listenplätze):

Kernstadt:

2: Heike Algie (29), selbstständige Buchhändlerin; 15: Günther Banka (60) Straßenmeister; 17: Peter Haushahn (57) Tierarzt; 5: Bernd Heinowski (64), Studiendirektor, Gemeinderat; 6: Anette Joas (45); Verkäuferin; 1: Wolfgang Karrer (62), selbstständiger Diplomingenieur für Raumordnung und Städtebau, Vorsitzender der Fraktion im Gemeinderat; 11: Robert Kemeny (19), Praktikant; 10: Corry Kiefer (63), Lehrerin; 16: Michael Kling (49), Bautechniker; 13: Fahim Maqsudi (23), Forstwirt; 3: Jens Reinbolz (38), Diplompädagoge; 9: Peter Roegele (60), Grund- und Hauptschullehrer, Gemeinderat; 12: Adelheid Schlömer-Karrer (60), Sonderschullehrerin; 14: Markus Schütz (38), Realschullehrer; 19. Ruth-Dominique Schütz-Zacher (33), Lehrerin; 7: Christian Sternecker (38), Selbstständiger Versicherungsvermittler; 18: Bernd Weber (70), Rentner; 8: Martina Wiemer (55), Sozialfachwirtin in der Altenpflege; 4: Sigrid Zwetschke (66), Buchhalterin, Gemeinderätin.

In den Ortsteilen kandidieren:

Aasen: Ursula Frese-Fleischmann (66), Kauffrau. Grüningen: Michael Böhm (45), selbstständiger Versicherungsfachmann; Hans-Günter Buller (67), Rentner, Ortsvorsteher, Gemeinderat. Hubertshofen: Cordula Ritter (49), Krankenschwester. Pfohren: Tamara Ernst (31), Diplom-Verwaltungswirtin; Gottfried Vetter (61), Diplom-Vermessungsingenieur, Gemeinderat, Ortsvorsteher; Ferdinand Wolf (48), Küchenmeister. Wolterdingen: Bernd Bliestle (39), Polizeibeamter; Georg Köhler (51), Installateur; Christina Suppanz (55), selbstständige Physiotherapeutin.

Für den Kreistag kandidieren: Michael Böhm; Marita Gutenkunst (58); Medizinische Fachangestellte; Bernd Heinowski; Wolfgang Karrer; Franz Ritter (50); Gewerkschaftssekretär; Ruth Schütz-Zacher (33), Lehrerin und Sigrid Zwetschke.

Südkurier 20.03.2014

 
 

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