Jens Löw, Norbert Zeller u. Wolfgang Karrer, Foto: Bombardi Foto: Schwarzwälder-Bote Donaueschingen (bo). In die Schulentwicklung des Landes kommt mit der Gründung von Gemeinschaftsschulen Bewegung. Sie sollen durch gezielte Förderung der Fähigkeiten allen Schülern die besten Bildungschancen ermöglichen.
41 Modellschulen hat die Landesregierung in Baden-Württemberg hierfür ausgewählt. Norbert Zeller von der Stabstelle Gemeinschaftsschule im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport berichtete in einer Informationsveranstaltung der SPD-Donaueschingen über die weiteren Pläne und Vorhaben der Landesregierung zu diesem Thema. Unter den Zuhörern im Gästesaal des Hotels Grüner Baum verfolgten auch zahlreiche Lehrer die Ausführungen von Norbert Zeller.
Auch Reinhard Zatschler, Leiter der Eichendorffschule, anerkennt den Schwung den die neue Landesregierung ins Bildungssystem brachte. Indes macht er sich ernsthaft Sorgen um den Fortbestand der vor ein paar Jahren aufwändig ins Leben gerufenen Werkrealschule. Aus einer der einst größten Hauptschulen im Land ist mit Müh und Not eine einzügige Werkrealschule geworden – die freie Schulwahl nach der vierten Klasse beschleunigte diese sich über Jahre hinziehende Entwicklung. Zatschler sieht ernsthaft die Werkrealschule in Gefahr. So schwarz mochte es Zeller nicht sehen. Durch die freie Schulwahl sind Gymnasien und Realschule gefordert sich mit einer völlig neuen Lernkultur auseinanderzusetzen. So wird sich alles nivellieren und schließlich in Gemeinschaftsschulen münden.
Pfohrens Ortsvorsteher Gottfried Vetter sieht die Kommunen als Schulträger in der Pflicht das Raumkonzept ihrer Schulen vollkommen neu zu überdenken. Kooperationen und müssen an der Tagesordnung sein. "Wir haben für teures Geld unsere Schulen renoviert, jetzt liegt es am Stadtrat das Optimale herauszuholen", weist Vetter zudem auf die demografische Entwicklung als weiteres Hindernis hin. Um ein Scheitern zu vermeiden, dürfe es auch nicht sein, dass sich die Bildung nur auf die finanziellen Aspekte reduziert.
Indes plagten Peter Kunz ganz andere Sorgen: Die Gymnasien kochen ihr eigenes Süppchen, hat er Bedenken wie ein Fürstenberg-Gymnasium bereit ist, sich von seinem elitären Status zu trennen.
Schwarzwälder-Bote, vom 12.05.2012